Die Kapitonierung

Die Kapitonierung oder auch Heftung. So nennt man die charakteristische Befestigung des Polsterbezuges mit Knöpfen, die meist in einem gleichmäßigen Quadrat- oder Rautenmuster angebracht werden. Die Rauten Heftung ist auch als „englische Heftung“ bekannt (schuld sind wohl die Chesterfield-Sofas!). Apropos: Im englischen Sprachraum wären (deep) buttoning beziehungsweise tufting passende Begriffe.

Traditionell wird diese Technik angewandt, um das Polstermaterial zu stabilisieren – Sitzflächen hängen dann nicht so schnell durch; das Möbel wird robuster, fester und langlebiger. Zudem werden große Flächen dadurch optisch aufgelockert.

Die klassische, handgelegte Heftung ist ein aufwendiges und komplexes Verfahren. Der Bezugsstoff wird sorgfältig in Falten gelegt; die Knöpfe meist mehrere Zentimeter tief in dicke Polsterung eingebracht. Flachere, dezente Kapitonierungen dienen eher als Dekor denn als stabilisierendes Element. Daneben gibt es auch die maschinelle Heftung.

Während Rosshaar oder Kokosfaser klassische Füllmaterialien sind, wird diese Falten- und Knöpftechnik heutzutage oft auf einem Schaumstoffuntergrund ausgeführt. Übrigens werden nicht nur Sitzmöbel, sondern besonders häufig auch Betthäupter kapitoniert. Und – Türen: Denken Sie an ehrwürdige Chefbüros, die zwecks Schalldämmung gepolstert sind!

Die in regelmäßigen Abständen angebrachten Polsterknöpfe sind meist mit dem gleichen Bezugsstoff oder -leder bezogen. Allerdings leisten sich manche Designer auch Extravaganzen und versehen die Knöpfe mit kleinen Applikationen, Strasssteinen oder wählen eine Kontrastfarbe.

Für ein kapitoniertes Möbel braucht man übrigens mehr Stoff als für einen glatten Bezug. Gut zu wissen: Bezugsstoffe verhalten sich bei der Rauten Heftung – die ja immer auch eine Spannung des Materials verursacht – recht unterschiedlich; manche Leder erscheinen dadurch etwa an einigen Stellen heller. Man spricht dann von einem „Pull up“-Effekt.